| Veranstaltung: | Mitgliederversammlung 04.02.2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 3. Anträge aus dem Kreisverband |
| Antragsteller*in: | Dr. Paula Piechotta |
| Status: | Eingereicht |
| Angelegt: | 03.02.2026, 17:07 |
Dringlichkeitsantrag A14: Swiderski-Fabrik erhalten: Grüne stehen unmissverständlich an der Seite aller Leipziger, die die Swiderski-Fabrik erhalten wollen
Antragstext
Orte wie die Swiderski-Fabrik im Leipziger Westen machen Leipzig zu Leipzig. Sie
ist nicht nur Zeugnis der Leipziger Blütezeit mit den großen Fabrikkomplexen im
Leipziger Westen, in der sich die Einwohnerzahl Leipzigs verzehnfachte, sondern
es ist Zeugnis der wechselvollen Geschichte Leipzigs im letzten Jahrhundert. Das
bauhistorisch wertvolle Glasdach, der Eckturmbau zeichnen insgesamt ein
denkmalpflegerisch wertvolles industrikulturelles Ensemble aus, das auch in
Ostdeutschland selten geworden ist. Nun kündigen die Eigentümer an, gegen den
bekannten Willen der Leipziger Bürgerinnen und Bürger, dass sie einen Abriss
anstreben. Dieses Vorgehen von Eigentümern kennen wir in Leipzig leider nur
allzu gut und diesem Ansinnen müssen wir mit aller Deutlichkeit einen generellen
Riegel vorschieben. Wenn Eigentümer so lang verfallen lassen und Brände
tolerieren bis vermeintlich nur noch der Abriss als Option bleibt werden sie
ihrer Verantwortung als Eigentümer nicht gerecht und müssen beim Versuch
Leipziger Geschichte, DNA und Lebensgefühl auszuradieren mit allen verfügbaren
Mitteln der Stadtpolitik und Zivilgesellschaft gestoppt werden. Das Vorgehen der
bisherigen Eigentümer ist geschichtsvergessen und eine Kampfansage an alle, die
in Leipzig eine historisch informierte und stadtplanerisch nachhaltige
Weiterentwicklung der Stadtteile anstreben, die ALLEN Leipzigerinnen und
Leipzigern dient.
Es wird Zeit, dass wir in Leipzig der Unsitte ein für alle Mal ein klares
Stoppschild setzen, die Eigentum erwerben, um es dann dem Verfall preiszugeben.
Eigentum verpflichtet, erst recht bei denkmalgeschützten Gebäuden, zum Erhalt.
Wer diesem Erhalt nicht gerecht wird, der wird seinem Eigentum nicht gerecht und
disqualifiziert sich selbst. Die Swiderski-Fabrik hat eine hohe symbolische
Bedeutung dafür, wie Leipzig mit Freiräumen, Industriedenkmälern aus Leipzigs
Blütezeit und stadtplanerisch wertvoller historischer Bausubstanz umgeht. Wir
werden nicht hinnehmen, dass hier aus geschichtvergessenem Gewinnstreben wieder
ein Stück historisches Leipzig dem Erdboden gleichgemacht wird. Wir stehen an
der Seite der Leipziger Denkmalstiftung und vieler weiterer Akteure und wollen
gemeinsam die Swiderski-Fabrik gemeinsam mit ihnen für zukünftige Generationen
erhalten.
Begründung
Die Dringlichkeit ist dadurch begründet, dass der Wunsch der Eigentümer, dieses Leipziger Industriedenkmal abzureißen erst am Tag des Antragsschlusses einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde und der Aufruf der Leipziger Denkmalstiftung ebenfalls erst an diesem Tag öffentlich wurde.
Zustimmung
- Robert Schimke
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